Triathlon R.I.P: Schwimmen - Radfahren - Laufen....

Hier ruht Triathlon, * 70er Jahre. Wir haben das Wachsen in seinen Anfängen und seine bunte und schillernde Lebenslust mit Freude gesehen und früh in Liebe zu ihm gefunden. Schwimmen, Radfahren und Laufen als Sportart des einzelnen Athleten gegen die Uhr sollte es sein. Auf Hawaii haben wir gefiebert, in Roth gefroren und im Kindergarten in ganz Deutschland das Seepferdchen geübt.
Doch nun soll alles vorbei sein? Triathlon ist still und heimlich gemeuchelt worden. Für immer verkauft, verraten und verloren? Wir glauben noch nicht daran! Basisdemokratie hat mit Basis und dem Willen jedes einzelnen der 16.000 DTU Mitglieder zu tun. Diese Petition soll Augen öffnen! Informiert Euch und stimmt ab: die Petition "10x3 statt 5x2"! Die Trauernden, 1. Februar 2004.


Diese Petition soll Augen öffnen!

Informiert Euch und stimmt ab: die Petition "10x3 statt 5x2"!


Über Draftathlon.com

Draftathlon wurde als Wortneuschöpfung für Triathlon mit Windschattenfreigabe, die erstmalig 2003 durch die Administratoren im Forum auf 3athlon.info Erwähnung fand im Januar 2004 von Kai Baumgartner unter der Adresse Draftathlon.com ins Internet gestellt. Seine Recherchen hatten ergeben, dass die Deutsche Triathlon Union (DTU) das Windschattenfahren einer massiven Regeländerung in der Sportordnung plant. Eine öffentliche Diskussion für diesen, den Charakter der Sportart Triathlon in Deutschland komplett verändernden Umstand fand nicht statt und war von den Gremien um die Technische Kommission und Präsidium nicht vorgesehen.

Die Redaktion des Online-Szenemagazin 3athlon.de, erfasste für den redaktionellen Teil ein Dutzend Stimmen deutschsprachiger Triathlonprofis und Veranstalter. Schnell wurde jedoch die Notwendigkeit einer größeren Datenerhebung erkannt, so dass Baumgartner Strategie, Konzeption und die vollständige Umsetzung für eine Online-Umfrage mit viralen Elementen der weiteren Verbreitung durchführte. Unterstützung fand er dabei in Holger Spiegel, der ein Ampelbanner und weitere digitale Aktivierungsmittel entwickelte.

Wenige Stunden nach dem Launch der Site wurden für die zur damaligen Zeit dezentral organisierten Triathleten enorme Zahl von mehreren hundert Abstimmungen und Kommentaren verzeichnet. Solidarische Meldungen erschienen in anderen Fachmedien, die zum Teil politisch motiviert opportunistisch verschwanden. Tageszeitungen, wie etwa die Süddeutsche Zeitung, FAZ und Frankfurter Rundschau berichteten vom "Aufstand der Triathleten". Diese einmalige und basisdemokratische Richtungsweisung zwang die DTU am 21.02.2004 zum Einlenken durch eine Regeländerungrücknahme auf den Kurs der "Mehrheit" und förderte eine breit angelegte Diskussion über die Sportordnungen, Kommunikation und das Demokratieverständnis in den Verbänden, die noch bis in die aktuelle Zeit innerhalb der Verbände anhält.

Weitere Informationen über Kai Baumgartner und Holger Spiegel und ein Eintrag auf Wikipedia.

 

Update vom 21.07.2014: Draftathlon reloaded: Déjà vu, International Triathlon Union (ITU) hebt Windschattenverbot für WM 2016 über die Sprint-Distanz auf

In einem kurzen Informationsschreiben an die nationalen Verbände hat die International Triathlon Union (ITU) einen durchaus brisanten Beschluss des Executive Boards der ITU kommuniziert. Bei den Weltmeisterschaften der Altersklassen über die Sprint-Distanz von 750m Schwimmen, 20km Radfahren und 5km Laufen soll ab dem Jahr 2016 das Windschattenverbot in seiner bisherigen Weise aufgehoben werden.

Erstmalig wird die neue Regelung beim Grand Final der World Triathlon Series (WTS) im Jahr 2016 in Kraft treten. Altersklassenathleten nehmen im Rahmen des Finallaufs der Elite-Triathleten an einer gesonderten Weltmeisterschaft am gleichen Wettkampfort und zum Teil die identischen Strecken teil.

Derzeit ist noch unklar, ob und wie die Regelung, die auf einen Vorschlag Mexikos von der Technischen Kommission der ITU geprüft und implementiert wurde für den Geltungsbereich nationaler oder regionaler Wettkämpfe der Deutschen Triathlon Union (DTU) eine Umsetzung erfahren wird. Viele Rennen stünden dann vor der Verweigerung der Genehmigung ihrere bisherigen Radstrecken.

Bereits im Jahr 2004 versuchte die Deutsche Triathlon Union (DTU) eine vergleichbare Regelung durchzusetzen, scheiterte aber in einer von Holger Spiegel und Kai Baumgartner initiierten basisdemokratischen Online-Petition nach wenigen Tagen. Unter www.draftathlon.com ist ein Archiv der Petition verfügbar.

Eines kann zusammenfassend schon jetzt attestiert werden. Der Vorstoss der ITU wird zu einer weiteren Erosion des klassischen windschattenfreien Triathlons über alle Dinstanzen hinweg führen. Sind die Athleten an den Wegfall des Windschattenverbots gewöhnt, wird es zunehmend schwerer fallen bei unterschiedlichen Rennen das regelkonforme Einhalten unterschiedlicher Abstände durchzusetzen.

Überspitzt kann festgehalten werden, dass die ITU nur den tatsächlichen Verhältnissen bei vielen Wettkämpfen formal Rechnung trägt, die zum Teil einem fehlenden Unrechtsbewusstsein und hoffnungslos überfüllten Radstrecken geschuldet sind. Triathlon unterliegt, wie auch andere Sportarten einer beständigen Weiterentwicklung und Evolution. Evolution muss nicht immer positiv sein, sondern kann neben echten Vorteilen und Chancen auch der Weg in eine Sackgasse sein.
(Quelle: Dnf-is-no-option.com)


Links mit weiteren Hintergrundinformationen

Wikipedia.de: Definition Draftathlon.com (12.06.04)
Süddeutsche Zeitung: (12.02.04)